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GRUNDLAGEN - Texte richtig lesen

Zwischen den Zeilen lesen - der Subtext

Beschränkt auf 14 Teilnehmer

Level: Erwachsene, Jugendliche, Kinder (mind. 10 Jahre)

Zeiten: Donnerstags: 14–15.30 Uhr

Kursleitung: Anja Pirling (Regisseurin, Schauspielerin, Autorin) oder Thomas Waldkircher (Regisseur, Schauspieler, Autor)

Kosten: ,-€ 

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Do. 

Was erwartet Sie/Dich?

Der Subtext – Zwischen den Zeilen lesen lernen

Die Auseinandersetzung mit dem Subtext (Untertext) ist ein zentraler Baustein in der Rollenarbeit.

Der Subtext bestimmt die zu spielende Emotion. Die Hauptfrage, die an den Schauspieler gestellt wird ist: Worum geht es in Wahrheit? Und das ganz unabhängig vom Gesagten, dem Text. Kein einziges Wort, kein Satz, kein Dialog darf dem Schauspieler dabei entgehen.

Ein Profi spricht den Text und denkt den Subtext. Das ist sehr komplex. Aber genau hier unterscheidet sich der Profi vom Amateur – denn genau hier beginnt die Schauspielkunst.

Noch ein bisschen Theorie zu diesem wichtigen Thema

Im Schauspiel ist der Subtext das, was eine Figur denkt und fühlt, ohne es direkt auszusprechen. Er ist die tiefere Absicht, der geheime Wunsch oder der unausgesprochene Konflikt, der die eigentliche Spannung erzeugt und das Publikum "zwischen den Zeilen" lesen lässt.

 

Der Subtext im Detail

Es ist das, was unter der Oberfläche der geschriebenen Dialoge liegt. Im echten Leben sagen wir auch selten genau das, was wir denken oder fühlen. Stattdessen nutzen wir Worte, um unsere wahren Emotionen zu verbergen, zu manipulieren oder um uns selbst zu schützen.

  • Das gesprochene Wort: Die rein sachliche oder oberflächliche Aussage einer Figur.

  • Der Subtext: Die wahre Motivation oder der eigentliche emotionale Zustand, der durch Mimik, Körpersprache, Tonfall und Pausen transportiert wird. 

Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie der Subtext eine Szene lebendig macht: Wenn zwei Personen sich scheinbar über das Wetter unterhalten (Text), aber in Wirklichkeit darum ringen, ob sie einander vertrauen können (Subtext).

 

Warum Subtext essenziell ist

  1. Spannung und Doppelbödigkeit: Der Zuschauer merkt, dass etwas nicht stimmt, selbst wenn die Figur nach außen hin ruhig wirkt. Diese Diskrepanz zwischen dem Gesagten und dem Gefühlten erzählt die wahre Geschichte eines Theatertextes.

  2. Das Gegenteil: Die größte Wirkung entsteht, wenn der Subtext im Kontrast zum Text steht. Eine Figur sagt "Es geht mir gut", aber ihre zitternden Hände und der traurige Blick (Subtext: "Ich brauche Hilfe") erzählen etwas völlig anderes.

  3. Konkrete Handlungen: Jede Aussage einer Figur ist im Schauspiel eine strategische Handlung. Der Subtext gibt dem Schauspieler den Hebel, wie er einen Satz zu sagen hat, um sein Ziel (z.B. Mitleid, Angst oder Zuneigung) zu erreichen.

Nahaufnahme einer Lupe

Der Theatertext ist ein besonderer Text. Ein Text voller Geheimnisse und Rätsel, die der Schauspieler erkennen, vermitteln und erfahrbar machen muss.

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